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Geschichte
der Oberflächenbehandlung

 

Unbehandelt

Zunächst waren Holzböden unbehandelt. Sie wurden lediglich ab und zu mit groben Bürsten und Seifenlauge gescheuert oder es wurde Sand darauf gestreut. Reinigen bedeutete dann das Austauschen des Sandes. Wegen der vorwiegend unbefestigten Wege und Straßen waren aufwändige Behandlungen von Böden sowieso zwecklos.

Speckschwarte und Bienenwachs

Die frühesten Formen einer Oberflächenbehandlung waren das Abreiben mit einer Speckschwarte und Einreiben mit geschmolzenem Bienenwachs. Um das Holz besser vor Schmutz und Feuchtigkeit zu schützen, wurden schliesslich einzelne Dielenböden auch mit pflanzlichen Ölen oder Ölfarben gestrichen.

Aus den USA „Floor-Sealer“

In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden in Amerika für die zahllosen Holzfussböden sogenannte Floor-Sealer (floor = Boden, sealer von lateinisch sigillum bzw. signum »Zeichen, Siegel«) entwickelt. Sie bestanden aus pflanzlichen Ölen mit speziellen Trocknungshilfsstoffen. Mit diesen schnelltrocknenden, nicht filmbildenden floor-sealers konnten problemlos pflegeleichte Holzoberflächen erstellt werden.

Die „Schein-Versiegelung“ wird geboren

Vom amerikanischen Floor-Sealer wurde die Fachbezeichnung »Versiegelung« abgeleitet, neue Produkte wurden z.B. Öl-Kunstharz-Siegel anstatt Kunstharzlack genannt. Bemerkenswert ist dabei, dass jene Floor-Sealer nach der gegenwärtigen Definition eben keine Versiegelungen waren, sondern nach wie vor Fußbodenöl.

Säurehärtend

In den 50er Jahren erfuhr das Parkettlegerhandwerk einen unerwarteten Aufschwung, bedingt durch das preisgünstige Mosaikparkett und die Verheissungen der neuen Versiegelungstechniken. Das nach seiner Herkunft oft Schweden-Siegel (oder Säurehärtendes-Siegel) genannte Formaldehydharz- Siegel trat seinen Siegeszug an. Es war jedoch wegen seiner übermässigen Formaldehydabspaltung stark Gesundheitsschädlich.

Wasserlacke

Ende der 1970er Jahre wurden die ersten Wasserlacke eingeführt.Also weitgehend lösungsmittelfreie Produkte.

Diese wurden in der Folge weiter verbessert z.B. mit einem wasserbasierten 2-Komponenten Polyurethanlack. (Abk. PUR) Säurehärtende Systeme werden weitgehend gemieden oder gar verboten.

Renaissance der Oele

Oel- und Wachssysteme erleben ab 1995 eine Renaissance. Die Bandbreite der angebotenen Produkte ist gross. Neben stark lösungsmittelhaltigen Produkten gibt es lösungsmittelreduzierte „High-Solid“ -Produkte sowie lösungsmittelfreie Systeme.

Mit ein Grund hierfür mag das unvergleichliche Berührungsgefühl mit geöltem Holz sein.

EMI-Code EC1

Die GEV (Gemeinschaft Emissionskontrollierte Verlegewerkstoffe, Klebstoffe und Bauprodukte e.V.) führt 2009 den Emi-Code EC1 für Parkettsiegel ein. EC1-Produkte dürfen maximal 10% Lösungsmittel enthalten. Ab 2011 nur noch 8%

 

 

Räuchereiche

 

Behandlung mit Ammoniak

Rächereiche ist im Farbton verändertes Eichenholz. Das Holz wird beim „Räuchern“ mit Ammoniak oder Salmiak (Ammoniakwasser) begast Hierbei verfärbt es sich und bekommt einen braunen, bis dunkelbraunen oder schwarzen Farbton. Hierfür sind unsere heimischen Eichenarten (Stiel- und Traubeneiche) besonders geeignet, da sie einen hohen Gerbstoffanteil besitzen.

Ursprung

Entwickelt haben sich die Verfahren zur Räucherung aus Beobachtungen, die in alten Bauernhäusern, in denen Mensch und Vieh unter einem Dach wohnten, gemacht wurden. Die Ammoniakgase aus den tierischen Ausscheidungen führten zu einer allmähliche Verbräunung von Eichenmöbeln. Gezielt konnte das Verfahren eingesetzt werden, indem man zu räuchernde Möbel in Ställe stellte.

Altes Handwerk

Ein altes handwerkliches Verfahren ist die Baustellenräucherung. Hierzu wird das Eichenholz fertig eingebaut.

Anschließend werden die zu räuchernden Teile mit einer Kunststofffolie abgedeckt und unter die Folie mehrere Salmiakschälchen gestellt. Das Ammoniak aus den Schälchen entweicht und reagiert mit dem Eichenholz.

Hierbei entsteht eine Verfärbung an der Oberfläche, die allerdings nur mehrere Millimeter tief ist.

Industrielle Verfahren

Heutige Verfahren haben gemeinsam, dass sie in industriellem Umfang betrieben werden. Ziel ist eine Räucherung, bei der das Eichenholz durch und durch den gleichen Farbton besitzt (Kernräucherung). Man kann unter Verfahren unterscheiden, die unter Normaldruck oder mit Hilfe eines Vakuums arbeiten. Letzteres verkürzt in der Regel die Räucherzeit und führt zu dunkleren Farbtönen.

Lichtstabiler

Der dunkle Farbton bei geräucherter Eiche ist stabiler gegen UV-Licht als bei natürlichem Holz oder Thermoholz.

Als Alternativen zur Erzeugung eines Räucherfarbtons gibt es Räucherbeizen oder -Anstriche.

 

 

Oxidativ oder UV-geölt?

 

Natürlich oder mit UV-Licht

Öl, das auf eine Holzoberfläche aufgetragen wurde, kann entweder natürlich mithilfe des in der Luft enthaltenen Sauerstoffs aushärten (oxidativ) oder mit UV-Licht gehärtet werden. In der Regel werden dafür unterschiedliche Öle verwendet.

Wegen geringerer Produktionskosten wird industriell gefertigtes geöltes (Fertig-) Parkett oft mit UV-Licht gehärtet. Der Trend geht aber hier eindeutig in Richtung natürlicher Härtung mit Sauerstoff. Das mag auch daran liegen, dass UV-geölte Böden optisch und Unterhaltstechnisch näher an Lack- oberflächen liegen als an klassisch geölten Holzoberflächen.

 

 

Wichsen

 

Wachsauftrag

Wichsen (Bohnern, Blochen, Bohnen, Blocken) nennt man das Versiegeln und Polieren von Fussböden aller Art mit Wachs. Das Wort Bohnern leitet sich vom niederdeutschen bohnen ab, was soviel wie polieren bedeutet.

Zeitgenössische Beschreibung (ca. 1890)

Man bestreut den vorher mit Hobel und Ziehklinge oder Eisendrehspänen gut zugerichteten Fußboden mit geschabtem weißen oder gelben Wachs, überfährt dieses mit einem heißen Eisen, so dass es schmilzt und in den Boden eindringt, und bürstet und reibt diesen mit einer scharfen, mit Blei beschwerten Bürste und Kork so lange, bis ein gleichmäßiger Glanz erzielt ist, den man schließlich durch Abreiben mit einem wollenen Lappen noch erhöht. Diese Wachspolitur lässt sich zwar durch Bürsten und Reiben immer wieder leicht auffrischen, wird aber bei warmer Luft stets klebrig.

 

Bohnerwachs

 

Wachs und Terpentin

Salbenartiges Polier- oder Bohnerwachs, durch Schmelzen von zehn Teilen gelbem oder weißem Wachs mit vier bis sieben Teilen Terpentinöl und Umrühren der Mischung bis zum Erkalten dargestellt, lässt sich leichter ausstreichen als reines Wachs und gibt einen sehr dünnen, stark glänzenden Überzug, der aber einen länger andauernden Terpentin- geruch verbreitet. Vorzuziehen ist die Wachsseife, zu deren Herstellung man auf fünf Teile gelbes Wachs acht Teile kochendes Regenwasser gießt, hierzu die klare Auslösung von zwei Teilen Pottasche in vier Teilen Wasser langsam unter beständigem Umrühren hinzusetzt, dann die Mischung bis zur innigen Verbindung der genannten Ingredienzien kochen lässt, das Umrühren bis zum Erkalten fortsetzt und endlich in Wasser aufgerührten Eisenocker, Umbra, Orlean und dergleichen hinzufügt. Diese Mischung trägt man mit einem Pinsel auf das Holz auf und gibt nach dem Abtrocknen mit Bürsten und wollenen Lappen Glanz.

 

 

Anleitung Oelen

 

Guter Schleifaufbau

Eine wichtige Voraussetzung für ein gutes Ergebnis.ist ein perfekter Schleifaufbau. Also keine zu hohen Sprünge in der Schleifkörnung und am Ende wenigstens ein 180er Schliff (entspricht dem 120er Schleifgitter)

Holz mit Öl sättigen

Mehrfach in ca. 30-Minuten Abständen (bei harten, dichten Laubhölzern bis zu 40 Minuten) so lange Naturöl aufgeben, bis die Holzfaser kein Öl mehr in sich aufnimmt und es glänzend auf der Oberfläche bleibt.

Überstand abnehmen

30 / 40 Minuten nach dem letzten Auftrag alles – wirklich alles – was da auf der Oberfläche glänzt mit gut saugenden Lappen abwischen – so, wie wenn man den Dielenboden abtrocknen wollte. Es kann sein, dass Oel kapillar aus den Längsfugen oder Astrissen nach oben gezogen wurde und nun auf der Oberfläche glänzt. Auch diesen Überstand abnehmen. Dies ist kommt besonders bei nicht abgespachteltem Stäbchen-Massiv-Parkett und bei gefastem Parkett vor.

Nachbehandlung

Nach 24 Stunden kann noch einmal ein Pflegewachsoel (Finishoel) dünn aufpoliert werden. Oder falls ein seidenmatter Glanz gewünscht wird, ein Parkettwachs aufgetragen werden.

Nutzung des Bodens

Nach 24 Stunden ist der Boden bedingt belastbar – ohne Schuhwerk oder nur mit Abdeckung nutzen und dann diese Abdeckung wieder abnehmen damit das Öl weiter durch Luftoxidation trocknen kann.

Öl ohne Feuchtebelastung austrocknen lassen

Nach 14 Tagen ist das Öl gänzlich ausgetrocknet und erst dann kann auch nebelfeucht gewischt und normal belastet werden.

Holzboden regelmäßig pflegen – mit dem milden Spezialreiniger und nie mit Mikrofasertüchern sondern mit einem Baumwoll-Mopp.

Achtung! Lappen im Freien ausgebreitet trocknen lassen – Nicht in Kehricht werfen. Gefahr der Selbstentzündung